25 Jahre Werk Rippershausen – ein Rückblick

Kurz nach der Wiedervereinigung

 

Als die Willi Elbe Group 1992 in Walldorf einen neuen Standort gründete, war die deutsche Wiedervereinigung noch junge Geschichte. Gleich mehrere Ereignisse und Umstände führten zu dieser richtungweisenden Entscheidung des Unternehmens in politisch wie wirtschaftlich besonders spannenden Zeiten. Zum einen plante Mercedes-Benz Trucks, schon damals langjähriger Kunde, im damaligen IFA-Werk Ludwigsfelde Lkw aus bestehender DDR-Produktion mit Fahrerhäusern, hergestellt bei Mercedes-Benz Wörth, auszurüsten. Im Rahmen des Wirtschaftsförderungsprogramms „Aufbau Ost“ wurde die Willi Elbe Group angefragt, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestünde – in Verbindung mit dem Aufbau einer Produktion in Ostdeutschland. Bei einer Tagung im Werk Ludwigsfelde kam der Kontakt mit dem VEB Gelenkwellenwerk Stadtilm-Thüringen zustande. Die Willi Elbe Group benötigte zu dieser Zeit zusätzliche Fertigungskapazitäten für Gelenkflansche. Diese wurden, im größeren Rahmen, dorthin vergeben.

 

Parallel ging eine Anfrage von Volkswagen in Bezug auf Gelenkwellen für das Erfolgsmodell Golf am VW-Standort Zwickau ein. Das Unternehmen Robotron Meiningen hatte zunächst angeboten, Zulieferteile in seinem Werk in Walldorf als Zulieferer der Willi Elbe Group herzustellen. Die Gespräche mit dem Werkleiter Günther Langguth, der später in selber Funktion in Rippershausen beschäftigt wurde, führten zu einer anderen Lösung. Über die Treuhandanstalt wurde der entsprechende Werksteil in Walldorf erworben. Ehemalige Robotron-Mitarbeiter konnten nahtlos weiterbeschäftigt werden.

Erfolgreiche Standortsuche

 

Die räumliche Nähe zu Tamm und Pfedelbach gab ebenfalls mit den Ausschlag für Walldorf. Innerhalb Südthüringens besuchte der damalige Geschäftsführer Günter H. Elbe verschiedene Orte, führte intensive Gespräche mit Gemeindeverwaltungen und Firmenvertretern und machte sich die Standortentscheidung nicht leicht. „Wichtig war, dass sich der Werksverkehr mit eigenem Lkw hin und zurück an nur einem Tag bewerkstelligen lässt. Und es war abzusehen, dass eine durchgehende Autobahnverbindung kurzfristig gebaut wird“, erinnert sich Günther H. Elbe. Attraktive Investitionszulagen für Maschinen aus dem Programm „Aufbau Ost“ standen recht schnell zur Verfügung. Ohne große Verzögerungen konnte die Fertigung von Anschlussgabeln und Zapfenmitnehmern sowie Komplettgelenken beginnen – und legte den Grundstein für die heutige Fertigung.

Schon vier Jahre nach der Werksgründung in Walldorf mit elf Mitarbeitern machte die gute Auftragslage die Errichtung des heutigen Standorts im nahegelegen Rippershausen erforderlich. Dort werden heute auf einer Produktionsfläche von rund 9.000 m2 mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Spanende Bearbeitung, Innenhochdruckumformen, modernste Umformung, verkettete Montage zur Großserienfertigung, Laserschweiß- und Kunststoffspritzgusstechnik: Aus der einstigen Übergangslösung in einem ehemaligen „volkseigenen Betrieb“ hat sich ein Produktionswerk eines international erfolgreichen Automobilzulieferers entwickelt.

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